
Von Volker Remy
Wie Spiegel Online berichtet, wird Nordrhein-Westfalen rund 10 Millionen Euro für eine Imagekampagne ausgeben, die sich vor allem an Investoren richten soll. Die Diskussion gerät in Fahrt. Bereits die Vorschläge für einen Claim beschwören kleinkariertes Hickhack herauf...
Wie Spiegel Online berichtet, wird Nordrhein-Westfalen rund 10 Millionen Euro für eine Imagekampagne ausgeben, die sich vor allem an Investoren richten soll. Die Diskussion gerät in Fahrt. Bereits die Vorschläge für einen Claim beschwören kleinkariertes Hickhack herauf...
Zehn Millionen Euro sind kein Pappenstil. Es handelt sich um eine Dachmarkenkampagne für das bevölkerungsreichste Bundesland, dessen Einzelregionen, allen voran das Ruhrgebiet, eigene Imageauftritte planen. Andere Regionen des Landes kochen schon längst ihr eigenes Süppchen, wenn es um die Bewerbung von Investoren geht.
Ein einziger NRW-Claim hätte ungleich bessere Chancen wahrgenommen und gelernt zu werden, wenn er von allen Regionen des Landes akzeptiert und benutzt werden würde. Der Wiedererkennungswert, das lernt man im ersten Semester einer jeden Werbeakademie, würde mit dieser Dachmarkenmaxime erheblich schneller etabliert.
Ein einziger NRW-Claim hätte ungleich bessere Chancen wahrgenommen und gelernt zu werden, wenn er von allen Regionen des Landes akzeptiert und benutzt werden würde. Der Wiedererkennungswert, das lernt man im ersten Semester einer jeden Werbeakademie, würde mit dieser Dachmarkenmaxime erheblich schneller etabliert.
Statt alle Kräfte zu bündeln, werden überall kleine Leuchtfeuer angezündet, im geschilderten Fall ein etwas größeres. Das gibt zwar nette Leuchteffekte, wirklich heller wird es dadurch aber auch nicht. Wenn eine Konzeption schon daran zu scheitern droht, dass man sich nicht sicher ist, ob der Kampagnen-Claim deutsch, englisch oder denglisch ausfallen sollte, kann man nur noch in Deckung gehen. Die Zeit der Dumm-Dumm-Geschosse beginnt...
Konzepte stehen für eine gute, das heißt vor allem: unmissverständliche Positionierung. Daran scheitern die meisten Standortmarketingkampagnen. Leider.
Konzepte stehen für eine gute, das heißt vor allem: unmissverständliche Positionierung. Daran scheitern die meisten Standortmarketingkampagnen. Leider.
Es gibt bei aller Kritik an diesen Zuständen brilliante Ausnahmen - sie werden im Beitrag auf Spiegel Online dem entsprechend erwähnt. Die Baden-Württemberger Kampagne "Wir sprechen alles, außer Hochdeutsch" steht nach wie vor für eine der besten Standortmarketingkampagnen im deutschsprachigen Raum. Auch die sachsen-anhaltinische "Frühaufsteherkampagne" zählt dazu.
Steht am Ende der NRW-Kampagne wieder mal ein lauer Kompromiss, dem man zwar den politischen Proporzgedanken anmerkt, von dem aber schon in Holland niemand mehr Notiz nimmt? Schade ums Geld wäre es allemal.
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